

Die bevorstehende Fahrt nach Polen ist für uns alle etwas Besonderes. Gemeinsam mit unserem Projektkurs sind wir auf dem Weg, den Ort zu besuchen, der wie kaum ein anderer Ort für die Verbrechen des Nationalsozialismus steht. Seit Anfang des Schuljahres bereiten wir uns intensiv auf diese Reise vor. Dabei werden in uns viele verschiedene Gedanken ausgelöst. Einerseits freuen wir uns auf die Fahrt und unsere gemeinsame Zeit. Wir hoffen, durch den Besuch mehr über den Nationalsozialismus zu lernen und unser Wissen zu vertiefen. Andererseits begleiten uns auch Sorgen und Bedenken. Uns ist bewusst, dass der Besuch eines ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers emotional sehr belastend sein kann.
Außerdem ist das Zeitzeugengespräch für uns sehr wichtig, da so die Geschichte hautnah miterlebt werden kann und aus einer einzigartigen persönlichen Perspektive geschildert wird.
Diese Fahrt ist eine einmalige Gelegenheit, auch in Bezug auf unsere Projektarbeiten und Biografien die Geschichten der Opfer und ihre tragischen Schicksale ein Stück mehr nachempfinden zu können.
Gerade deshalb ist diese Reise für uns von großer Bedeutung. Sie gibt uns die Möglichkeit, diese prägende Geschichte kennenzulernen. Die Reise soll ebenfalls zeigen, welche Verantwortung wir heute tragen, damit sich solche Verbrechen nie wiederholen.
(Einleitung von Katharina und Anna)
Die Hinfahrt und Einführung (Julian S. und Jaron)
Wir sind am Sonntag, den 15.03.2026, in Overath pünktlich um 6:00 Uhr morgens losgefahren. Zu unserer Überraschung war der Bus recht groß, wodurch manch einer einen Doppelsitz für sich in Beschlag nehmen konnte. Dadurch war die Stimmung trotz der frühen Uhrzeit sehr entspannt. Nach ein bis zwei Stunden Schlaf wurden Karten gespielt und angeregt geredet. Dank einiger Pausen gingen die knapp 15 Stunden Busfahrt relativ zügig und ohne weitere Zwischenfälle zu Ende. Angekommen gab es erst einmal Kartoffeln mit Hähnchen und gefüllte Zucchini für die Vegetarier, bevor wir dann auf unsere Zimmer entlassen wurden. Diese waren auch überraschend schön und schick eingerichtet. Danach gab es noch eine kurze Einführung, in welcher uns die Teamer Bibi, Daniel und Elisa vorgestellt wurden. Die thematische Einführung wurde kurz gestaltet, da alle wegen der Zeit im Projektkurs gut vorbereitet sind. Wir waren recht erschöpft von dem langen Tag, und gingen schnell schlafen.
Besuch des Stammlagers Auschwitz I (Emil und Lasse)
Am Montag besuchten wir das Stammlager. Das Konzentrationslager Auschwitz I ist der im Mai 1940 errichtete erste Komplex des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Bei unserem Besuch konnten wir weitere vielfältige und überwältigende Eindrücke sammeln, auch wenn wir im Unterricht bereits häufig über das Lager gesprochen haben.
Zuerst sind wir durch das Haupttor des Lagers gegangen und haben die Baracken „Block 4“, „Block 5“, „Block 8“, „Block 9“ und „Block 11“, auch Todesblock genannt, besucht. Hier waren verschiedene Ausstellungen zum Gedenken an die Opfer und historische Informationen über das Lager zu finden.
Danach haben wir die Ausstellungen genauer besichtigt. Die grausamen Gewalttaten der Nationalsozialisten, größtenteils gegenüber politischen Gegnern und europäischen Juden, kamen vor allem im „Todesblock“ besonders zum Ausdruck.
Emotional besonders bewegt waren wir von den persönlichen Schicksalen und den Hinterlassenschaften der Häftlinge. Die persönlichen Gegenstände wie Schuhe, Koffer, Brillen und auch Haare der Inhaftierten wurden in den verschiedenen Blöcken ausgestellt und zeigten die Dimension der Anzahl der Opfer des Konzentrationslagers. Die Dimension wurde auch deutlich durch ein riesiges Buch, welches sich durch einen ganzen Raum erstreckte und die in Auschwitz getöteten und gestorbenen Opfer dokumentierte. Wenn man sich jeden Namen von jedem einzelnen Opfer eine Sekunde lang durchliest, braucht man dafür länger als 70 Tage.
Wir waren beeindruckt und schockiert zugleich von der systematischen Struktur sowie der Größe und der Anzahl der Inhaftierten des Lagers. Außerdem von dem zynischen Schriftzug „Arbeit macht frei“ und den miserablen Lebensbedingungen der Häftlinge. Während der erste Kommandant des Lagers, Rudolf Höß, mit seiner Familie in der prächtigen Kommandantenvilla außerhalb der Zäune lebte, lebten die Häftlinge oft ohne ihre Angehörigen in den brüchigen Barracken.
Der Alltag der Inhaftierten war von Schikane, Demütigung und Leiden geprägt. Die Häftlinge waren den willkürlichen Urteilen der SS-Soldaten schutzlos ausgeliefert.
Um nicht nur eine Vernichtung der Häftlinge durch Arbeit durchzuführen, wurde auch im Stammlager eine Gaskammer mit Krematorium errichtet.
Das Stammlager ist im Vergleich zwar kleiner als das Vernichtungslager Auschwitz II/Birkenau, aber durch seine hohen Baracken, die mit Blut behaftete Niederlassung der Gestapo und der Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Fluchtversuchen dennoch gewaltig.
Nicht nur dieses Ausmaß, sondern auch die Entmenschlichung der Opfer war für uns besonders erschütternd.
Auffallend ist, dass die verschiedenen Baracken und Verwaltungsgebäude gut erhalten sind, sodass die Authentizität der damaligen Situation stark zum Vorschein kam.
Besichtigung von Auschwitz-Birkenau (Jakob und Rafael)
Direkt im Anschluss fand eine Führung durch das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau statt – ein Ort, der uns noch lange zum Nachdenken bringen wird. Nachdem wir morgens das Stammlager Auschwitz besichtigt hatten, wurden wir unmittelbar nach der Führung mit dem Bus einige Kilometer weiter zum ehemaligen Vernichtungslager Birkenau gebracht. Auch hier gingen wir in zwei Gruppen aufgeteilt, begleitet von Guides, durch das Gelände. Anders als das Stammlager ist Birkenau weniger als Ausstellung gestaltet, sondern größtenteils noch in seinem ursprünglichen Zustand erhalten.
Kurz nach unserer Ankunft im Lager wurden wir von unserem Guide herzlich willkommen geheißen und konnten anschließend mit der Führung beginnen. Nach einer kurzen Einführung machten wir uns auf den Weg zu den Holzbaracken im Lagerbereich B II, den sogenannten Quarantänebaracken. Dort bekamen wir Eindrücke davon, unter welchen Bedingungen die Gefangenen leben mussten. Durch die fehlende Hygiene kam es häufig zu Krankheiten und Infektionen. Dabei bekamen wir ein Gefühl von Bedrückung und Unwohlsein. Wie konnte man Menschen so etwas antun?
Daraufhin gingen wir weiter zu der sogenannten Rampe, jenem Ort, an dem die Züge anhielten und die Deportierten ankamen. Hier wurden sie direkt nach ihrer Ankunft selektiert – als arbeitsfähig oder arbeitsunfähig. Oft entschied eine einfache Handbewegung der Lagerärzte über Leben oder Tod. Auch wenn viele diesen Ort bereits von Fotos kannten, war es etwas ganz anderes, tatsächlich dort zu stehen und sich vorzustellen, was hier geschehen ist.
Ein Weg entlang der Rampe führte uns weiter zu einem der schrecklichsten Orte des Lagers. Am Ende angekommen, sahen wir die Ruinen der Krematorien II und III, die zu den größten im gesamten Auschwitz-Komplex gehörten. In den letzten Tagen vor der Befreiung des Lagers am 27. Januar 1945 wurden alle diese Gebäude von der SS gesprengt, um Spuren zu verwischen. Hier zu stehen, wo Tausende von Menschen ermordet und anschließend verbrannt wurden, fühlte sich in diesem Moment unwirklich an, und ein Gefühl tiefer Trauer legte sich über uns. In Gedenken an die Verstorbenen hielten wir eine Schweigeminute und legten anschließend Rosen nieder.
Von dort aus gingen wir weiter zu einem abgelegenen Bereich des Lagers in der Nähe des Krematoriums V. Hier mussten sogenannte Funktionshäftlinge und Mitglieder des „Sonderkommandos“ arbeiten. Sie wurden gezwungen, unter anderem die Leichen der zuvor ermordeten Menschen zu beseitigen und zu verbrennen.
Auf dem weiteren Weg erfuhren wir auch von den sogenannten „Kanada“-Baracken. Dort wurden die persönlichen Gegenstände der Deportierten sortiert. Wertvolle Dinge wurden beschlagnahmt und dem Deutschen Reich zugeführt, während viele persönliche Erinnerungsstücke, wie zum Beispiel Familienfotos, einfach zerstört wurden.
Danach gingen wir zu unserer letzten Station, dem sogenannten „Saunagebäude“. Dieses Gebäude diente als Aufnahmebereich für neu ankommende Häftlinge. Hier wurden ihnen zunächst die Haare abgeschnitten, bevor sie im anschließenden Raum entweder mit zu kaltem oder zu heißem Wasser abgespritzt wurden. Erst danach gelangten wir in den tatsächlichen Ausstellungsbereich des Gebäudes. Dort befindet sich die einzige Ausstellung in Birkenau. Zu sehen sind zahlreiche Fotografien von ehemaligen Häftlingen, die kurz nach der Befreiung in einem Koffer gefunden wurden. Viele dieser Menschen konnten später identifiziert werden. Dort, wo den Gefangenen früher ihre Identität genommen und sie nur noch als Nummer behandelt wurden, wird ihnen heute symbolisch ihre Identität zurückgegeben.
Es ist schwer, Worte für das zu finden, was an diesem Ort geschehen ist. Jeder und jede von uns hat diesen Besuch vermutlich auf eine andere Weise wahrgenommen. Dennoch hat uns dieser Ort alle tief bewegt und wird uns noch lange beschäftigen. Die Menschen, deren Gesichter wir auf den Fotos gesehen haben, werden uns sicher noch lange im Gedächtnis bleiben.
Labyrinthe von Marian Kolodziej in Harmeze (Laurens K. und Marlon)
Am Dienstag und Mittwoch hatte jeweils eine Gruppe von uns die Möglichkeit, die Ausstellung „Dein Weg durch die Labyrinthe“ von Marian Kołodziej zu besuchen. Schon am Anfang wurde uns gesagt, dass wir keine Bilder machen durften, was im ersten Moment ungewohnt war, aber im Nachhinein dafür gesorgt hat, dass wir uns viel intensiver auf das Erlebte konzentriert haben.
Der Einstieg in die Ausstellung begann in einem kleinen, engen Raum, der an einen Viehwaggon erinnerte, ungefähr 4 x 4 Meter groß. Diese Enge hat direkt ein beklemmendes Gefühl ausgelöst und uns einen winzigen ersten Eindruck davon gegeben, wie sich Menschen damals gefühlt haben müssen. An den Wänden hing unter anderem ein Brief, in dem stand: „Kunst ist hilflos bei den Taten der Menschen.“ Dieser Satz hat viele von uns direkt getroffen, weil er zeigt, dass selbst das Darstellen solcher Erlebnisse nie wirklich das ganze Ausmaß wiedergeben kann.
Im weiteren Verlauf ging man durch ein regelrechtes Labyrinth aus Bildern und Installationen. Dabei fühlte es sich nicht wie eine normale Ausstellung an, sondern eher wie das Durchlesen einer Biografie eines Opfers, nur dass man sie Schritt für Schritt durchläuft. Anhand der Bilder wurde die Geschichte von Marian Kołodziej erzählt, der seine Erlebnisse verarbeitet hat. Besonders eindrücklich war seine Arbeit im Lager: Er schilderte zum Beispiel, wie er seinen besten Freund tot aufgefunden hat. Eigentlich hätte er ihn in eine sogenannte „Totenkiste“ legen müssen, doch stattdessen hat er ihn auf seinen Armen zum Krematorium getragen. Diese Szene hat uns gezeigt, wie viel Menschlichkeit selbst unter unmenschlichsten Bedingungen noch existieren konnte. Die Bilder waren alle in einem sehr ähnlichen Stil gehalten, meist düster und detailreich. Themen wie Strafen und eine verzerrte Form von „Gerechtigkeit“ im Lager wurden immer wieder dargestellt. Es gab auch Darstellungen von Pritschen, extremer Enge und sogar Kannibalismus, Dinge, die kaum vorstellbar sind, aber Teil der Realität waren. Ein Satz, der vielen im Kopf geblieben ist, lautete: „Du bist mit dem Leben davon gekommen, nicht um zu leben, du musst die Zeit nutzen, um ein Zeugnis zu geben.“ Dieser Gedanke zieht sich durch die gesamte Ausstellung. Auffällig war auch der Kontrast zwischen Farben: Während die Zeit vor dem Lager teilweise bunt dargestellt wurde, war das Leben im Lager fast ausschließlich grau und dunkel. Das hat noch einmal verdeutlicht, wie stark sich das Leben der Menschen verändert hat. Marian Kołodziej begann erst mit 72 Jahren, seine Erinnerungen künstlerisch festzuhalten, und arbeitete insgesamt 16 Jahre lang daran. Er hatte dabei immer die Angst, etwas zu vergessen, deshalb bemalte er sogar nachts ein Bettlaken, um möglichst alles festzuhalten. Am Ende wurde uns auch gezeigt, dass sich sein Grab hier befindet, was die ganze Erfahrung noch einmal persönlicher gemacht hat. Insgesamt war die Ausstellung sehr eindrucksvoll und emotional. Sie hat uns nicht nur Fakten vermittelt, sondern vor allem Gefühle ausgelöst und uns dazu gebracht, über das Geschehene intensiv nachzudenken.
Die Bedeutung der Kunst im KZ Auschwitz mit J. Kaplon (Victoria und Melissa)
Die eine Hälfte des Projektkurses besuchte am Dienstagvormittag im Archiv der Gedenkstätte einen Vortrag über die Bedeutung von Kunst in Auschwitz. Die präsentierten Werke sind nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich, da sie sich nicht in den Hauptausstellungen befinden.
Nach einer kurzen Einführung erklärte uns Herr Jan Kaplon die vier Kategorien, in die sich diese Kunst einteilen lässt: legale, halblegale, illegale Kunst sowie Kunst, die nach der Befreiung der Lager entstanden ist.
Legale Kunst entstand im Konzentrationslager im Auftrag der SS-Offiziere. Dazu zählen beispielsweise ein Modell des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz, Gemälde von Baustellen und Propagandaplakate, Kennzeichnungsschilder für das Lager sowie Porträts, die Sinti und Roma als sogenannte „Mischlinge“ charakterisieren sollten, unter anderem im Auftrag von Josef Mengele. Einige entstandene Werke wurden bereits damals in einer lagerinternen „Ausstellung“ gezeigt, mit dem Ziel, die Häftlinge zu demütigen.
Zur halblegalen Kunst gehörten ebenfalls Aufträge von SS-Offizieren, die Häftlinge damit beauftragten, private Gemälde anzufertigen, häufig Landschaften oder Familienporträts. Anfangs waren diese Aufträge erlaubt, wurden jedoch später untersagt, da ihre Zahl stark zunahm.
Der Großteil der ausgestellten Werke entstand jedoch illegal und unter großer Gefahr. Die Häftlinge porträtierten sich selbst oder hielten die Zustände im Lager zeichnerisch fest, mit dem Ziel, die Erinnerung an das Geschehen zu bewahren. Illegale Zeichnungen wurden oft in Fundamenten von Baracken versteckt oder im Boden vergraben und erst später entdeckt.
Nach der Befreiung der Lager entstand zudem Kunst von Überlebenden. Viele dieser Werke sind verstörend und spiegeln die traumatischen Erfahrungen der Künstler wider. Sie zeigen unter anderem Szenen aus Gaskammern, grausame Appelle oder stark abgemagerte Kinder.
Heute veranschaulicht diese Kunst die Gefühle und Ängste der Häftlinge. Besonders die oft illegal entstandenen Zeichnungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Rekonstruktion der Geschichte von Auschwitz.
Herr Kaplon erklärte die Werke mit großem Detailreichtum und konnte alle Fragen sehr präzise beantworten. Viele Kunstwerke aus Auschwitz werden im Archiv aufbewahrt, einige gelten jedoch bis heute als verschollen.
Besuch der Länderausstellungen in der Gedenkstätte (Mia B. und Inga)
Am Mittwoch hatten wir die Gelegenheit auf eigene Faust, die sogenannten Länderausstellungen zu besuchen. Die Länderausstellungen waren so aufgebaut, dass in verschiedenen Blöcken (Gebäuden) im Stammlager Auschwitz unterschiedliche Länder ihre Geschichten und Erfahrungen mit dem Holocaust vorstellen konnten. Einigen Ländern wurde somit die Möglichkeit geboten, tiefer auf ihre eigenen Opfer sowie auf das Ausmaß der Zerstörung und Vernichtung durch die Nationalsozialisten in ihrem Land einzugehen. In den speziell umgebauten Blöcken, welche die Länder selbst gestalten konnten, steht das jeweilige Land im Vordergrund.
Für die Länder Israel, Ungarn, Österreich, Tschechien und die Niederlande existiert jeweils ein eigener Block. Frankreich und Belgien sowie Russland und Polen teilen sich jeweils einen Block.
Wir besuchten während unseres Aufenthalts die ungarische, israelische und französische Ausstellung.
Die ungarische Ausstellung in Block 18 war eine sehr eindrucksvolle und besonders gestaltete Ausstellung. Durch den Raum führte ein Glasweg, der auch durch einen Waggon verlief, der ebenfalls aus Glas gefertigt war. Dieser Waggon stellte die Transportwaggons dar, in denen Juden häufig deportiert wurden. Außerdem befanden sich dort viele Bilder und Videos von ungarischen Opfern, auch während ihrer Zeit bei der Arbeit oder nach ihrer Ermordung. Es wurden ebenfalls einige Karten mit Deportationswegen ausgehängt sowie viele interessante Fakten und Zahlen zum Ausmaß der Vernichtung genannt.
Die französische Ausstellung hatte, wie die ungarische, ebenfalls Karten mit Deportationswegen ausgehängt und nannte viele interessante Fakten und Zahlen zum Ausmaß der Vernichtung. Sie war allerdings ganz anders aufgebaut. Diese Ausstellung war schlichter gehalten, überwiegend in Weiß gestaltet und bestand größtenteils aus Tafeln mit Texten. Im französischen Block lag der Fokus außerdem stärker darauf, einige besondere Menschen aus dieser Zeit hervorzuheben.
Zuletzt besichtigten wir die israelische Ausstellung, welche etwas anders als die anderen aufgebaut war, da zusätzlich zu Texten, Bildern und Fakten auch verschiedene Medien genutzt wurden. Es wurden zum Beispiel Videos von Juden vor dem Holocaust gezeigt, ebenso Reden von NS-Funktionären. Im letzten Raum der Ausstellung befand sich außerdem ein Buch mit 4 Millionen Namen von Personen, die im Holocaust ermordet wurden.
Alle Ausstellungen waren jeweils in der Landessprache gestaltet und zusätzlich ins Polnische und Englische übersetzt.
Führung durch Oświęcim und Besuch des jüdischen Museums sowie der Synagoge (Nico&Ben B.)
Am Donnerstag erhielten wir eine Stadtführung durch den Ort, in dem die Nazis die Lager errichteten. Unsere Stadtführung durch Oświęcim war eine eindrucksvolle und zugleich bewegende Erfahrung, die uns die Geschichte der Stadt aus einer neuen Perspektive nähergebracht hat. Oft wird Oświęcim nur mit dem Konzentrationslager in Verbindung gebracht, doch die Stadt selbst hat eine lange und bedeutende Vergangenheit – insbesondere im Hinblick auf das jüdische Leben vor dem Holocaust. Zu Beginn besuchten wir das Stadtmuseum Oświęcim, in dem wir viele Informationen über die Entwicklung der Stadt und das Zusammenleben verschiedener Kulturen erhielten. Besonders interessant war der Einblick in das frühere jüdische Leben, das über viele Jahrhunderte hinweg ein wichtiger Bestandteil der Stadt war. Vor dem Holocaust lebten hier 8000 Juden von insgesamt 12000 Einwohnern, danach jedoch nur noch ein einziger, der nach Jahren aus Israel zurückgekehrt ist. Direkt neben dem Museum befindet sich die Chevra Lomdei Mishnayot Synagoge, die wir ebenfalls besichtigen konnten. Sie ist die einzige erhaltene Synagoge der Stadt und wurde nach dem Krieg restauriert. Dort bekamen wir einen Eindruck davon, wie das religiöse Leben der jüdischen Gemeinde früher aussah. Ein besonders bewegender Teil der Führung war der Besuch des ehemaligen Hauses der jüdischen Familie Haberfeld. Diese Familie betrieb früher eine bekannte Schnaps- und Likörfabrik und gehörte zu den wohlhabenderen Familien der Stadt. Ihre Produkte waren weit über die Region hinaus bekannt. Während des Holocausts wurde die Familie jedoch verfolgt, und die Tochter der Familie wurde ermordet – ein Schicksal, das stellvertretend für viele andere steht. Heute befindet sich an dieser Stelle ein modernes Hotel der Hilton-Kette. Vor dem Gebäude erinnert ein Stolperstein an die Tochter der Familie Haberfeld und hält die Erinnerung an ihr Leben und ihr tragisches Ende wach. Anschließend besuchten wir die Große Synagoge von Oświęcim, die heute nur noch als zerstörter Ort existiert. Während der NS-Zeit wurde sie niedergebrannt und weitgehend zerstört. Besonders eindrucksvoll war die Geschichte, dass Teile der Synagoge sowie religiöse Gegenstände von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde vergraben wurden, um sie vor der Zerstörung zu bewahren. Diese wurden erst gefunden, weil ein ehemaliger Bewohner der Stadt dies einem Besucher in Israel erzählt hatte. Die Führung führte uns außerdem über den Marktplatz der Stadt, der heute wieder ein lebendiger Ort ist. Hier stand damals ein deutscher Bunker. Oświęcim war als deutsche Vorzeigestadt geplant und sollte komplett renoviert werden, jedoch ist den Nazis das Geld ausgegangen und der Plan konnte nicht umgesetzt werden. Zum Abschluss besuchten wir den jüdischen Friedhof, einen stillen und nachdenklichen Ort. Viele der alten Grabsteine wurden später wieder aufgestellt, nachdem sie zuvor für Straßen und Mauern verwendet worden waren, und erzählen von den Menschen, die einst hier lebten und die Geschichte der Stadt mitgeprägt haben. Insgesamt war die Stadtführung durch Oświęcim sehr lehrreich und emotional. Sie hat uns gezeigt, dass hinter den bekannten historischen Ereignissen rund um Auschwitz auch eine eigene Geschichte der Stadt steht, die nicht vernachlässigt werden darf.
Gerhard Richter „Birkenauzyklus“ (Erza und Sarah)
Am Donnerstag hatte ein Teil der Gruppe Gelegenheit, eine besondere Ausstellung zu besuchen. Gerhard Richter ist einer der bekanntesten deutschen Maler. Er hat aus Fotografien, die Mitglieder des Sonderkommandos heimlich aufgenommen haben, Gemälde, eine Installation angefertigt.
Zuerst nahmen wir an einem englischen Workshop teil, der vom Sonderkommando und den aufgenommenen Fotografien handelte. Dort wiederholten und vertieften wir vieles, was wir in den Tagen zuvor gelernt hatten. Es ging vom Beginn der Massentötungen über zu den Sonderkommandos, deren Zuständigkeitsbereichen, Aufgaben und den Fotografien. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Fotografien aus dem Jahr 1944, die von Mitgliedern des Sonderkommandos heimlich in der Nähe der Gaskammer und des Krematoriums V in Birkenau aufgenommen wurden.
Diese vier Fotos, die unter Lebensgefahr von Gefangenen des Sonderkommandos gemacht wurden, gelten als die einzigen fotografischen Dokumente des Holocaust, auf denen die Ermordung und die Verbrennung der Leichen der jüdischen Bevölkerung in Auschwitz festgehalten wurden. Für den Maler Gerhard Richter waren sie die Grundlage für die 2014 entstandenen Werke „Bilder aus Birkenau“. Da er von diesen Fotos sehr beeindruckt war, beschloss er, vier große abstrakte Gemälde zu diesem Thema zu erschaffen. Im Jahr 2020 entschied sich Gerhard Richter, ein Ausstellungsgebäude für diese Fotografien und seine Werke in Oswiecim zu errichten. Er plante und gestaltete das Gebäude selbst so, dass die ausgestellten Bilder ihre volle Wirkung entfalten können.
Ausgestellt wurden Werke aus der Reihe „Birkenau“. Darunter befanden sich vier sehr abstrakte Malereien, die mithilfe einer Druck- und Verwischtechnik auf Metallplatten hergestellt wurden. Zudem hängen dort die vier Fotografien von Alberto Errera. Gegenüber der nebeneinander angeordneten Malereien befand sich ein acht Meter langer grauer Spiegel. Wenn man hineinsah, erschienen die Malereien als Reflexion hinter einem, was die Vergangenheit symbolisieren soll. Gleichzeitig verstärkt der grau gefärbte Spiegel das Verblassen der Farben. Aber auch der Betrachter/die Betrachterin selbst gerät in die Installation.
Gerhard Richter hat nicht nur die Präsentation der Bilder ansprechend umgesetzt, sondern auch Alberto Erreras Fotografien auf eine ganz eigene und einzigartige Weise interpretiert. Ursprünglich wollte er die Fotografien malerisch exakt umsetzen, entschied sich jedoch dagegen, da er der Meinung war, dass die Fotografien für sich selbst sprechen. Mit seiner abstrakten Umsetzung wollte er die Geschichte der Fotografien intensivieren und die Aufmerksamkeit auf die Originale lenken.
Rückblick auf die Zeit im CDIM und in Oświęcim (Laurens L., Noa und Julian K.)
Oświecim ist eine Stadt im Süden von Polen, westlich von Krakau. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein kleines ruhiges Städtchen. Wir sehen in der Stadt viele Fahrschulen, junge Menschen und sogar einen Blumenautomaten. Wir hatten das Gefühl, in einer idyllischen Stadt zu sein, wo man ein entspanntes Leben hat, ganz ähnlich wie wir es aus Overath kennen. Doch immer wieder wurde uns bewusst, was für schreckliche Ereignisse dort stattgefunden haben. Es wirkte alles auf einmal ganz anders. Als wir immer mehr über die Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus erfuhren, nahm man alles ganz anders wahr. Genau dort, wo wir stehen, passierte großes Unrecht. Genau das gleiche Gefühl hatten wir auch in der Unterkunft, genau an dem Ort, wo das Hotel jetzt steht, wurde getötet, jedoch wurde dieses betrübende Gefühl auch immer wieder durch das CDIM, unsere Unterkunft, gemildert, einfach durch die vielen Beschäftigungsmöglichkeiten, die wir dort hatten. Draußen haben wir Volleyball gespielt, im Haus haben wir Gesellschaftsspiele gespielt, durch diese gemeinsamen Aktivitäten haben wir das CDIM als einen sehr schönen Ort wahrgenommen, an dem man die Erlebnisse des Tages auch immer sehr gut in einer Gruppe reflektieren konnte, entweder mit den Teamern in den schön gestalteten Tagungsräumen oder einfach mit den Mitschüler*innen, die sich ein Zimmer teilten. Des Weiteren war es ein sehr gepflegtes Hotel mit sauberen Zimmern und nettem Personal, auch wenn sie uns bis zum Schluss die Billiardutensilien nicht geben wollten. Das Essen dort war auch sehr gut, sodass jeder am Ende des Tages satt war, auch wenn es fast zu jeder Mahlzeit Kartoffeln gab!
Nach einer Reflexion der Erlebnisse in Oświęcim ging es mit unserem Bus in Richtung Krakau. Wir freuten uns schon alle auf den Besuch dieser schönen Stadt!
Abendessen im Restaurant „Marchewka z Groszkiem“ (Leonie, Julia und Emily)
Am Abend sind wir alle gemeinsam in dem gemütlichen polnischen Restaurant „Marchewka z Groszkiem“ in Krakau essen gegangen. Der Name bedeutet übersetzt „Erbsen und Möhrchen“. Es gab verschiedene traditionelle polnische Gerichte auf der Karte, aber auch einige Gerichte, wie wir sie von zu Hause kennen. Durch eine kleine Auswahl von Vorspeisen, Desserts und leckeren Limonaden wurde das Ganze noch einmal abgerundet. Einige von uns haben die Pierogi (Teigtaschen), die unterschiedlich gefüllt waren, probiert. Aber auch leckere Hähnchenschnitzel wurden bestellt. So konnten wir den Abend gemeinsam gemütlich ausklingen lassen. Wir würden auf jeden Fall wiederkommen und dieses Restaurant auch weiterempfehlen.
Erster Eindruck von Krakau (Fabienne und Mia S.)
Unser erster Eindruck von Krakau war durchweg positiv. Die Anreise verlief überraschend schnell und unkompliziert, sodass wir entspannt ankamen. Einen wirklich intensiven Eindruck von der Stadt bekamen wir jedoch erst, als wir uns zu Fuß auf den Weg ins Zentrum machten. Einige Orte erinnerten uns sogar ein wenig an Köln, was der Stadt eine vertraute und zugleich besondere Wirkung verlieh. Da wir erst am Abend unterwegs waren, zeigte sich Krakau von seiner besonders schönen Seite: Die vielen Lichter spiegelten sich im Fluss, der Wisła, und sorgten für eine beeindruckende Stimmung. Außerdem fiel uns die große Auswahl an coolen Bars und Restaurants auf, die verschiedene Küchen anboten. Insgesamt war unser erster Eindruck sehr gut. Krakau wirkt lebendig, vielseitig und einladend. Wir können uns gut vorstellen, noch einmal hierher zurückzukehren, um die Stadt weiter zu entdecken.
Führung durch „Kazimierz“ (Peter und Ben K.)
Nach der Übernachtung im Hotel Batory holte uns unsere Stadtführerin nach dem Frühstück und Auschecken ab. Sie zeigte uns viele interessante Teile von Krakau, unter anderem den Wawel, das Schloss der polnischen Könige. Auch der Wawel wurde von den Nazis zweckentfremdet. Hans Frank, der das sogenannte Generalgouvernement für die Nazis verwaltete, missbrauchte das Nationalheiligtum, indem er dort residierte. Wir erfuhren, dass es eine Sage um einen Drachen gab, der in Krakau sein Unwesen trieb. Ein Schustergeselle überlistete den Drachen und bekam so die schöne Königstochter zur Frau. Die Drachenknochen (vermutlich Knochen eines Wales) kann man noch heute im Wawel begutachten.
Weiter ging es mit dem jüdischen Viertel Kazimierz, das bis heute stark von seinen Synagogen geprägt ist. Dort wurde schnell deutlich, wie wichtig Religion für das Leben der jüdischen Gemeinschaft war. Männer und Frauen hatten getrennte Bereiche, es wurde Richtung Jerusalem gebetet und die Tora wurde sorgfältig von Hand abgeschrieben, dabei durfte kein Fehler entstehen. Die Gebäude wirkten ruhig, aber ihre Geschichte war spürbar. Wir selbst konnten die Synagoge neben dem Friedhof besichtigen, welche sehr eindrucksvoll war und heute immer noch aktiv genutzt wird.
Danach kamen wir zum Remuh-Friedhof. Dort erfuhren wir, wie jüdische Bestattungen ablaufen und warum Besucher Steine auf die Gräber legen, sie stehen für die Unvergänglichkeit der Toten. Der Friedhof musste nach dem Krieg wieder neu aufgebaut werden, weil die Nazis ihn fast vollständig zerstört hatten. Die übereinander liegenden Grabsteine zeigen, wie alt dieser Ort ist und wie viele Generationen hier begraben wurden. Traurig erschien uns, dass die oberste Schicht des Friedhofes während der NS-Zeit zerstört wurde und viele Menschen dort nicht ihren Frieden finden konnten.
Kazimierz war früher ein lebendiges Zentrum jüdischen Lebens, doch während der deutschen Besatzung wurden die Menschen aus dem Viertel ins Ghetto in Krakau gedrängt und später deportiert. Von den rund 3,5 Millionen Juden in Polen überlebten nur wenige. Viele Häuser stehen noch, aber das jüdische Leben, das hier einmal selbstverständlich war, ist fast vollständig verschwunden.
Am Ende blieb vor allem der starke Kontrast. Kazimierz wirkt heute schön und lebendig, doch bei genauerer Betrachtung bleibt das Touristische, das Leben, das es einmal gab, gibt es nicht mehr. Genau diese Mischung aus sichtbarer Geschichte und dem Wissen um das verlorene Leben hat uns am stärksten beeindruckt.
Zeitzeug*innengespräch (Elin und Finn)
Am Freitagmittag hatten wir in Krakau Gelegenheit im Anschluss an die Stadtführung zu einem Zeitzeugengespräch mit Anna Janowska‑Ciońćka. Sie wurde 1936 in Krakau geboren und wuchs in der Kurstadt Rabka in einer jüdischen Familie auf. Sie war sehr behütet, doch mit Beginn des Krieges änderte sich ihr Leben vollständig.
Bereits früh berichtete Anna Janowska‑Ciońćka von einem brutalen SS-Mann namens Rosenbaum, der in Rabka eine SS-Schule („Sipo‑SD‑Schule“) leitete, an der Polizeikräfte für die Verfolgung und Deportation geschult wurden. Er war Mitglied der SS und an Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung beteiligt. Ihrer Erzählung nach war Rosenbaum besonders grausam, da er Massenerschießungen anordnete und selbst eine vierköpfige Familie auf der Straße erschoss, nur weil diese denselben Nachnamen wie er hatte.
Die Zeitzeugin erzählte anschließend von ihrer eigenen Familie. Dabei erzählte sie zuerst von ihrem Vater, der nach der Freilassung aus einem sowjetischem Arbeitslager an einer Krankheit starb und nicht wieder zu seiner Familie zurückkehrte. Besonders eindrücklich fanden wir war ihre Beschreibung davon, wie ihre Mutter ihre eigenen Eltern und Schwiegereltern zu einer Massenerschießung bringen musste und dabei wusste, dass sie dort kurz darauf zusammen mit vielen anderen Menschen ermordet werden würden.
Sie selbst überlebte den Krieg nur, da sie, ihre Schwester und ihre Mutter von Marian Sikorski, einem im Dorf lebenden Bauern, versteckt wurden. Ohne seine Hilfe hätten sie den Holocaust nicht überlebt. Dabei erzählte die Neunzigjährige von der für sie schlimmsten Zeit, als ihre Mutter noch keine gefälschten Dokumente hatte und deshalb erst später zu ihnen kommen konnte.
Am Ende des Gesprächs überreichten wir der Zeitzeugin eine Karte und ein kleines Geschenk als Dank. Das Zeitzeugengespräch war ein wichtiger Bestandteil der Projektkursfahrt, da es die historischen Ereignisse aus einer persönlichen Perspektive deutlich machte und wir die Erlebnisse einer echten Zeitzeugin hören durften.
Abendessen im „Klezmerhojs“ (Lina und Clara)
Unser letzter Abend führte uns in das Restaurant „Klezmer-Hois“. In angenehmer Atmosphäre verbrachten wir dort gemeinsam unseren Abschlussabend. Da es unser letzter gemeinsamer Abend auf dieser Fahrt war, machte diese Atmosphäre und das Zusammensein den Abend zu etwas Besonderem.
Wir bekamen drei verschiedene Gänge. Dabei saßen wir entspannt zusammen und konnten den Abend genießen. Währenddessen spielte eine kleine Musikgruppe aus drei Personen jiddische Lieder. Zunächst spielten sie verschiedene instrumentale Stücke, die sehr gut zur Stimmung passten und für eine ruhige, fast schon feierliche Atmosphäre sorgten. Später begann eine Frau aus der Gruppe zu singen, was den Abend noch einmal interessanter und eindrucksvoller gestaltete.
Als der Abend sich dem Ende neigte, bedankten sich unsere begleitenden Lehrerinnen, Frau Wingen, Frau Kölsch und Frau Schlothauer, bei uns, aber sie dankten sich auch gegenseitig. Dies machte den Abschluss noch einmal zu etwas Besonderem. Ebenfalls bedankten sich die Teamer für unsere Zusammenarbeit und unsere Gruppenatmosphäre. Dabei erhielten sie im Anschluss Geschenke mit dazugelegten Karten, die wir alle unterschrieben hatten.
Dieser Moment zeigte noch einmal, wie viel Mühe und Engagement in der gemeinsamen Zeit steckte und wie wichtig diese Fahrt für alle war. Es zeigte uns ebenfalls abschließend noch einmal, was für eine intensive und emotionale Zeit diese Fahrt war und dass es eine Erfahrung ist, die wir nie mehr vergessen werden. Darüber hinaus wurde deutlich, wie wertvoll es ist, dass eine solche Fahrt – insbesondere durch das Engagement von Frau Wingen – an unserer Schule ermöglicht ist.
Schließlich endete unser letzter Abend damit, dass wir uns auf den Rückweg durch die Nacht nach Overath machten.
Rückblick auf die Zeit in Krakau (Hannah und Christina)
Auf unsere Zeit in Oświęcim folgten zwei spannende Tage in Krakau. Für uns als Kurs war das eine sehr eindrucksvolle und emotionale Erfahrung.
Während unserer Stadtführung durch Krakau schauten wir uns unter anderem die Wawel-Kathedrale sowie die Marienbasilika an. Zwei sehr große, beeindruckende Gebäude. Außerdem konnten wir im jüdischen Viertel Kazimierz die Remuh- Synagoge sehen und anschließend den dazugehörigen jüdischen Friedhof besuchen. Dabei wurde schnell deutlich, dass es zwischen den religiösen Gebäuden sichtbare Unterschiede gibt.
Ein besonders bewegender Teil unserer Reise war das Zeitzeugen-Gespräch mit Anna Janowska Cionka. Sie berichtete von ihrer Kindheit während des Zweiten Weltkrieges und davon, wie sie mit ihrer Familie verfolgt wurde und sich verstecken musste. Besonders eindrücklich war die ständige Angst, in der sie lebte, und dass sie nur durch die Hilfe anderer Menschen überleben konnte. Es war für uns etwas sehr Besonderes, dass wir ihr auch persönliche Fragen stellen durften. Wir sind sehr dankbar für dieses Treffen, da es immer weniger Zeitzeug*innen gibt, die diese Ereignisse selbst erlebt haben und davon berichten können.
Abgerundet wurde unser Aufenthalt in Krakau durch ein gemeinsames Abendessen im Klezmer-Hois. Dort konnten wir typische jüdische Speisen probieren und gleichzeitig Live-Musik erleben, was eine besondere Atmosphäre geschaffen hat.
Rückblickend waren diese Tage zwar kurz, aber sehr prägend. Wir haben viele Eindrücke mitgenommen, die uns sicher noch lange begleiten werden.
Rückfahrt (Mats, Tom und Tristan)
Nach dem Essen im Klezmerhois holte uns Ivica, unsere Busfahrer, um 21:30 Uhr ab. Auch zurück ging es mit unserem Doppeldeckerbus, sodass viele zwei Sitze hatten. Um ca. 2 Uhr morgens haben sich viele an einer Tankstelle noch einen polnischen Hotdog genehmigt. Wir sind mit dem Busfahrer Iviza bis 6 Uhr morgens weitergefahren, dann gab es einen Fahrerwechsel verbunden mit einer halbstündigen Pause. Der neue Busfahrer hieß Max. Wir hab noch zwei Pausen mit gemacht und sind anschließend um 12:30 mit vielen neuen Eindrücken in Overath am Schulzentrum angekommen.
Die teilnehmenden SchülerInnen der Gedenkstättenfahrt 2026 unter der Leitung von Brigitta Wingen










































